veröffentlicht am 27. Oktober 2017 in Grundlagen, Tipps von
Whisky selber brennen

Whisky selber brennen

Einen Whisky selber brennen ist keine wirkliche Hexerei, aber trotzdem eine hohe Kunst. Wie so oft liegt der Teufel im Detail. Wir möchten dir in diesem Beitrag einen Überblick über die Grundlagen der Whisky-Herstellung geben, aber auch erklären was ein Whisky eigentlich ist.

Ursprung & Geschichte von Whisky

Bis heute ist nicht genau geklärt, ob Schottland oder Irland das Ursprungsland des Whiskys ist. Eigentlich auch egal – beide Länder haben nach wie vor eine stark ausgeprägte Whisky-Tradition.

Die ersten geschichtlichen Erwähnungen, die auf einen Whisky zurückgehen, stammen aus Schottland und sind aus dem 15. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war es Brauch, dass jeder schottische Clan seinen eigenen Whisky zum Eigenverzehr brannte.

Die Schotten & Iren brachten danach das alkoholische Getränk nach Amerika. Ursprünglich wurde der Schnaps aus Gerste hergestellt, da diese Getreidesorte in Amerika nur sehr schlecht wuchs, wurde auf die Sorten Roggen und Weizen gewechselt.

Bis heute spiegeln die Bezeichnungen des Whisky die Herkunft wider. Die wohl bekannteste Bezeichnung ist der Scotch. Der Scotch ist ein Whisky mit schottischer Herkunft.

Whisky Rohstoffe

Die Hauptzutaten einen Whiskys sind Wasser, Getreide und Hefe.

Seit jeher ist die Qualität des Wassers ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Schon in der frühen Geschichte der Whiskyherstellung wurde der Standort auf Grund der Wasserquelle gewählt.

Der wichtigste Rohstoff in der Whiskyherstellung ist das Getreide (Gerste, Weizen, Mais, Roggen).

Die Getreideart bestimmt auch die Bezeichnung des Whiskys:

  • Gerste: Malt
  • Roggen: Rye
  • Mais: Bourbon, Corn

Whisky Herstellung

Grundsätzlich kann die Whisky-Herstellung in folgende Schritte unterteilt werden:

  • Mälzen
  • Schroten
  • Maischen
  • Gären
  • Destillieren
  • Lagern

Beim sogenannten Mälzen wird das Getreide zum Keimen gebracht und Grünmalz gewonnen. Dabei passiert letztendlich nicht anderes, als die Umwandung der vorhandenen Stärke in Malzzucker. Bei diesem äußerst komplexen Vorgang wird bereits sehr starken Einfluss auf die sogenannte Rauchigkeit des Whiskys genommen.

Im zweiten Schritt wird das Getreide zu Schrot gemahlen.

Das geschrotete Getreide wird danach mit heißem Wasser eingemaischt. In diesem Prozess wird weitere Stärke in Malzzucker umgewandelt. Nachdem die Maische wieder abgekühlt ist, wird die Flüssigkeit (stark zuckerhaltig) von den restlich enthaltenen Feststoffen getrennt und in Gärtanks befördert. Dort wird durch das Hinzufügen von Hefe der Zucker zu Alkohol vergärt.

Auf das Maischen und das Gären folgt nun das Destillieren. Bei einem Whisky wird überlicherweise zwei Mal gebrannt. Nach dem ersten Brenndurchgang entsteht ein Rohbrand der low wine genannt wird und rund 20% Alkoholgehalt aufweist. Beim zweiten Brenndurchgang wird nun der Rohbrand zum Feinbrand gebrannt. Der Mittellauf weist nun einen Alkoholgehalt von rund 70%.

Der letzte und wohl einer der bedeutsamsten Schritte ist die jahrelange Lagerung in Holzfässern. Die Dauer der Lagerung ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Holzart sowie die frühere Nutzung des Holzfasses (Sherry, Portwein) verleihen dem Whisky spezielle Geschmäcker und Farben.

Gesetzliche Regelung in der EU

Um das Brennergebnis als Whisky zu bezeichnen, bedarf es einiger Anforderungen, die von der EU gesetzlich festgelegt wurden.

Ein Wisky muss :

  • einen Mindestalkoholgehalt von 40% besitzen,
  • mindestens 3 Jahre in Holzfässern lagern und reifen
  • und aus Getreidemalzmaische gewonnen werden.

Whisky selber brennen – Tipp zur Herstellung

Eine einfache Methode um deinen eigenen Whisky zu brennen, ist die Biermethode. Hierfür besorge dir einfach dein Lieblingsbier und destilliere es mit einer Tischdestille zu einem Bierschnaps. Mit einem sogenannten Antischaum* verhinderst du das Überschäumen. Den ersten Brenndurchgang fülle erneut in die Destille und brenne diesen nochmal.

Das Brennergebnis fülle nun in eine Flasche und füge einen Löffel dunkel geröstete Holzspäne* hinzu. Die Flasche solltest du nun drei Jahre oder länger lagern.

Mit dieser einfachen Methode kannst du simpel und einfach deinen eigenen Whisky herstellen.

Ja klar, ein wenig gemogelt, das geben wir ja zu. Aber nichts desto trotz eine wirklich effiziente Vorgehensweise, um einen Whisky zu brennen, der schon sehr nahe an das Original herankommt.

Die Empfehlungen der Redaktion

 

 


Kommentar schreiben

*


Noch keine Kommentare